[Lese-Challenge und Gewinnspiel] Deutsche Low-Fantasy-Anthologien

Ich besitze ziemlich viele Bücher und furchtbar viele Anthologien. Die lese ich lustigerweise selten ganz – geht das nur mir so?
Ich fange dann oft bei bei meinen “Lieblingsgeschichten” wieder an zu lesen, gerade wenn ich das Buch länger liegen gelassen habe. Es gibt drei bis vier Autoren, deren Geschichten ich schon 5 x gelesen habe – andere dafür noch gar nicht.

Deswegen wollte ich für meinen wuchernden Low-Fantasy-Anthologie-Stapel eine Lese-Challenge machen, um den Kauf eines neuen Buches zu rechtfertigen.
Ich darf ein neues Buch kaufen, ich habe ja mehrere andere ausgelesen!

Dafür muss ich das mit dem Lesen und vor allem Aus-Lesen aber erst mal machen. Zu jeder gelesenen Kurzgeschichte werde ich einen kurzen Lese-Eindruck / Kurz-Rezension posten. Ich finde es ohnehin schade, dass die einzelnen Kurzgeschichten meist keinen eigenen Platz in Rezensionen bekommen. Immerhin gibt es eigene Preise für Kurzgeschichten, warum auch nicht Rezensionen?

Da ich auf Facebook das Ganze mit einem Gewinnspiel verbunden habe (damit ich möglichst viele fleißige Mit-Leser finde), muss ich hier die Teilnahmebedingungen posten:

TEILNAHMEBEDINGUNGEN

1. Das Gewinnspiel startet am 01.04.2016 um 0:00 und endet am 15.05.2016 24 Uhr.

2. Verlost wird 1 Exemplar “Söldnerehre” von Stefan Burban aus dem Atlantis Verlag.

3. Der Atlantis-Verlag hat ebenso wenig wie ein anderer Verlag oder Facebook etwas mit dem Gewinnspiel zu tun.

4. Die Teilnahme erfolgt über die Kurz-Rezension einer deutschen Low-Fantasy-Geschichte, die in einem deutschen Verlag erschienen ist.
Die Rezension kann auf dem eigenen Blog oder bei Facebook gepostet werden und muss dem Facebook-Profil der Gewinnspiel-Ausrichterin zur Kenntnis gebracht werden.

5. Für jede gepostete Rezension wird 1 Los vergeben. Die Facebook-Namen der Teilnehmer werden nur für den Zeitraum des Gewinnspiels erfasst und innerhalb von 30 Tagen nach dem Gewinnspiel gelöscht. Adressdaten werden nur von dem Gewinner erfasst und nur zum Versand des Gewinns genutzt. Es werden keine Daten an Dritte weiter gegeben.

6. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in Europa.

7. Der Gewinner wird bis zum 23. Mai 2016 ermittelt. Übermittelt der Gewinner innerhalb von 7 Tagen keine postalische Adresse zum Versand des Buches, wird neu ausgelost.

8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 

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[Fun Fact] Wie organisiert man die Navy?

Viele Computerspiele beschäftigen sich damit, wie man Städte, Staaten oder Unternehmen gründet und ökonomisch in Betrieb hält. Und irgendwo im englischsprachigen Raum gibt es bestimmt auch ein Spiel, dass sich auf die Anfänge der Royal Navy bezieht. (Ansonsten sollte das mal jemand programmieren.)
Wie würdest du also die britische Royal Navy organisieren, sagen wir mal… im 17. Jahrhundert?
Etwa die vom Parlament genehmigte Steuersumme zur Grundlage nehmen, davon die Bezahlung für die Seeleute abziehen und dann muss man noch berüc…

Schon verloren, Setzen, Sechs!

Das lässt sich doch alles viel kostengünstiger veranstalten. Hier sind die besten Hacks – jedenfalls, wenn dieses Plan-Spiel darauf achtet, das alles schön historisch korrekt ist.

 

1. Warum die Seeleute überhaupt bezahlen?

Seeleute bezahlen? Das ist SO elisabethanisch. Wir sind modern, wir sind die Stuarts, wir machen das natürlich nicht. Was sollen die schon tun – Whitehall stürmen? Geht doch nicht, die sind weit weg auf See. :-D

Und während des Interregnums soll die Anerkennung der Loyalität doch bitte als Vergütung reichen. Immerhin ist man im Bürgerkrieg, sozusagen. Da muss man eben die Zähne zusammen beißen und treu zu seinem Land stehen.

Historischer Hintergrund:
Jeder der Machthalter des 17. Jahrhunderts (James I, Charles I, das Parlament während des Interregnums, Charles II, James II) setzte zu einem Zeitpunkt seiner Herrschaft die Bezahlung der Seeleute aus, um das Geld anderweitig zu verwenden, teilweise schon wenige Jahre nach der Inthronisierung und / oder Machtkonsolidierung.
Als das Interregnum endete, schuldete die Navy den Seeleuten 350.000 Pfund ihres Lohnes. Da Charles II den Thron bestiegen hatte, war das dann sein Problem :-) Die geerbten Schulden waren auch kein Grund, dass das Parlament eine höheren Etat für die Navy genehmigte. Der soll sich einfach auch an Sparregel Nummer 1 halten, die Seeleute sinds ja gewohnt, nicht bezahlt zu werden.1

 

2. Leih dir Geld von deinen Untergebenen, ohne sie zu fragen.

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[Recherche] Sie sind Legion? Frauen als Soldaten in der Navy

Verkleidete Frauen
Verkleidete Frauen sind ein beliebtes Stilmittel in historischen Romanen jeder Art; auch und gerade in denjenigen, die es mit dem Wort „historisch“ nicht allzu genau nehmen. Deswegen habe ich lange gezögert, eine solche Nebenfigur in meinem Roman einzuplanen. Sie ist jedoch für die persönliche Entwicklung des Helden und als Katalysator für den zweiten Teil des Manuskripts unverzichtbar.
Als ich ein wenig recherchiert habe, stellte ich fest, dass es erstaunlich viele Beispiele alleine schon für die Royal Navy im 17. und 18. Jahrhundert gibt. Mit gut zwei Dutzend eindeutig belegten weiblichen Soldaten hätte ich in diesem kurzen Zeitraum nicht gerechnet. Die Zahl hat mich überrascht, ich hätte sie niedriger angesetzt (wenn mich irgendjemand um eine Schätzung gebeten hätte).
Man muss schließlich noch die Fälle berücksichtigen, die sich nicht zweifelsfrei verifizieren lassen; die Landstreitkräfte; das nicht ausgewertete Quellenmaterial; die Zeiträume vor und nach diesen knapp 150 Jahren, die mich interessieren; andere europäische Länder. Selbst wenn man nur europäische Länder berücksichtigt, schließe ich daraus auf eine relativ hohe Anzahl an von der Fachliteratur noch nicht erfassten oder nicht erfassbaren Frauen.
Da regte sich in mir eine Trotzhaltung.
Einzelfall? Frauen, die sich derart in Männerrollen bewegten, sind keine historischen Einzelfälle, egal, was wir uns einreden lassen. Das gab den Ausschlag, die fragliche Romanfigur unter allen Umständen beizubehalten. Ich habe einen fiktiven Protagonisten und baue überall unauffällig historische Fakten ein, die das Ganze unterfüttern und dem Roman mehr historische Substanz verleihen. Das mit der verkleideten Frau ist jetzt leider nicht so unauffällig und es löst bei vielen Lesern vielleicht so einen „Wäh, schon wieder die schlecht recherchierte Standard-Hosen-Rolle“-Buch-Zuklapp-Drang aus – egal.
Die Frau bleibt drin.

Quellenlage und Dunkelziffern
Als Quellen stehen uns zum einen die zu Lebzeiten publizierten Biographien zur Verfügung, die sich einer großen Beliebtheit erfreuten und so bis in die heutige Zeit überdauerten. Allerdings galten schon damals Regeln, was sich verkauft und was nicht, so dass viele reale Erfahrungsberichte von Fiktion überlagert sind. Einige Berichte, wie z.B. die Lebensgeschichte von Lucy Brewer (1812-1815 in der Navy), lassen sich zweifelsfrei als fiktionales Werk erkennen (in ihrem Fall verfasst von einem Mann).
Mary Lacey‘s biographisches Werk ließ sich in weiten Teilen verifizieren, die 1740 geborene Frau hat tatsächlich von 1759 bis 1771 als Seemann gearbeitet. Bei Mary Anne Talbot (1778 – 1808) hingegen gibt es einige auffallende Diskrepanzen. Beispielsweise soll sie einem Captain Bowen ins Feld gefolgt sein, dieser lässt sich jedoch historisch nicht nachweisen. Die Daten der Schiffspassagen stimmen nicht mit den Namen überein und so weiter. Talbot hatte jedoch zwei Schusswunden und noch einige andere Indizien sprachen dafür, dass sie tatsächlich auf irgendeine Art und Weise in Army oder Navy gedient hatte. Möglicherweise haben entweder sie oder ihr Verleger die Geschichte etwas aufgepeppt, um durch größere Berühmtheit mehr Geld zu machen Weiterlesen

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[Essay] Mann oder Frau… oder egal? Genderfreie Rollen in der Fantasy

Die meisten Helden, über die ich schreibe, sind Männer. Auch viele Bücher, die ich gerne lese oder auf meinem SUB liegen, haben männliche Protagonisten oder Erzählstimmen: Simon Scarrows Adler-Serie, Cornwells Uhtred-Serie, Sworddancer, Lindsey Davis’ Falco-Serie, Maddox’ SPQR-Serie – alles Männer.
Das liegt vor allem daran, dass Frauen in den Büchern, über die ich stolpere, zumeist starting characters sind, oder vor allem im historischen Bereich gerne um ihre Unabhängigkeit oder Existenz kämpfen (zum Glück ist die Mode der “Die [Beruf]in”-Romane überwunden!), Probleme überwinden, die sie haben weil sie eben Frauen sind.
Da gibt es sicher auch wichtige Themen, die angesprochen werden, und ich bin die Letzte, die sagen würde, dass Gleichberechtigung schon erreicht und Feminismus überflüssig ist.
Trotzdem – natürlich gibt es ein “trotzdem”.
Trotzdem meine ich, dass es viel zu wenig Romane gibt, in denen Frauen ihre Hindernisse und Probleme genderunabhängig zugeteilt bekommen. In denen es keine Rolle spielt, dass es eine Frau statt ein Mann ist, die diese Rolle spielt: weil die Konflikte allein in ihrer Biographie, Familiengeschichte, sozialen Schicht oder sonstigem begründet liegt.
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[Essay] Meine Quelle lügt! Hoffentlich…

Er ist jung, charmant und plant Verrat an seinem König. Die ideale Besetzung für meinen Bösewicht!
Als ich das erste Mal über James Scott stolperte, den unehelichen Sohn von König Charles II und 1st Duke of Monmouth, schien er der ideale Ankerpunkt für meinen Abenteuerroman zu sein. Mein Held ist keine berühmte Persönlichkeit und historisch daher nicht als Person belegt. Auch der Schauplatz bot einen weiten Spielraum – mit James Scott hatte ich den idealen Anlass, endlich ein Jahr zu fixieren.

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Interesting Subjects to Analyze

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[Recherche-Reise] Schiffe in Lelystad & Amsterdam

Seit einiger Zeit sammel ich Literatur zur Marine des 17. Jahrhunderts, da eines meiner vielen geplanten Projekte ein historischen Abenteuerroman ist. Auf der Suche nach einem passenden Schiffmodell landete ich schließlich in Lelystad. Und wo ich sowieso schon einmal in … Weiterlesen

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[Veröffentlichung] Das Steampunk-Kochbuch

Wow, ich kann es immer noch kaum glauben, dass ich bei dieser Ausschreibung zu den Glücklichen gehöre! Seit der Verlag ohneohren 2013 in Erscheinung getreten ist, habe ich alle Neuigkeiten und Veröffentlichungen aufmerksam verfolgt, einige gekauft und wollte unbedingt auch ein Ohneohriger werden.

Die Ausschreibung “Der Dampfkochtopf” fand ich besonders interessant, da zu den Kurzgeschichten passend auch Rezepte eingereicht werden sollten. Ich habe schon die Anthologie “Die Köche” aus dem Ulrich Burger Verlag im Regal stehen (wenn ich auch noch nichts nachgekocht habe), die thematisch jedoch viel weiter gefasst war. Andere Anthologien aus kleinen oder großen Verlagen, die Rezepte mit Geschichten verbinden, kannte ich bisher nicht. Bei diesem einmaligen Projekt wollte ich so gerne dabei sein! Mein Freund kann von der Hibbelei ein Lied singen, das hat er aus erster Hand alles mitbekommen. Zu meiner großen Bestürzung wurden auch alle Rezepte der engeren Auswahl probe gekocht – und ich besitze doch gar keinen Dampfkochtopf und habe es selbst nicht ausprobiert, bevor ich abgeschickt habe!

Glücklicherweise hat es aber dennoch beides gepasst.
Eingeschickt hatte ich eine ehemalige Duellgeschichte*, zu der Meister Vincent den Begriff “Im Schatten der Messingsense” vorgegeben hat. Steampunk hatte ich bisher noch nie geschrieben, und das, was dabei herauskam, war ein bisschen ungewöhnlich. Ich habe jedenfalls noch keine technologiekritische Steampunk-Kurzgeschichte gelesen. Dennoch oder vielleicht deswegen wurde meine überarbeitete Duellgeschichte ausgewählt.

Ja, was soll man sagen – ein Steampunk-Kochbuch mit passenden Rezepten, wie genial ist das denn! Jetzt muss ich erst nochmal eine Runde im Kreis springen und quietschen!

 

* Oft sind Veröffentlichungen, auch Online-Veröffentlichung von denen man nichts hat (Wattpad usw), hinderlich bei Kurzgeschichten-Ausschreibungen. Meister Vincent hat uns jedoch eine geheime Burg eingerichtet, so dass unsere Geschichten nicht öffentlich lesbar sind.

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[Essay] Selfpublishing – einfach schreiben und los gehts?

Heute möchte ich meine Gedanken zu einem Thema teilen, das mich schon seit längerer Zeit beschäftigt.

Vor Jahren gab es eine immense Diskussion zu Qualität, aber ich habe den Eindruck, dass sich Selfpublisher-Szene noch nicht von dem Ruch der überwiegend mangelhaft erstellten Ebooks hat befreien können. Auf der Leipziger Buchmesse sind Indie-Autoren stärker vertreten, durch Awards, Stände und Podiumsdiskussionen. Viele Indie-Autoren pflegen einen Blog, indem sie Einblick in die langwierigen Vorbereitungen ihrer Veröffentlichungen geben und einige Rezensions-Blogs widmen sich stark Indie-Autoren (z.B. Inflagranti-Books von Jack und Tilly Jones).

Dennoch stolper ich in Autorenforen immer wieder über Fragen zum Veröffentlichen, die Finanzielles oder Rechtliches beinhalten (meist: muss ich Steuern bezahlen? Wie verhindere ich, dass mein Buch geklaut wird?) doch mit den anderen Aspekten des Selbstverlages setzt sich scheinbar niemand auseinander.

Das Selbstverlag bedeutet, die Aufgaben des Verlags selbst wahr zu nehmen, ist den meisten Leuten nicht klar. Ein professionelles Lektorat oder Covergestaltung Weiterlesen

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[Recherche-Tipps] Arbeit mit Quellen

Bevor man einen historischen Roman schreibt, sollte man sich natürlich gründlich informieren. Wie man das am besten macht, ohne sich zu verzetteln, darüber gehen die Meinungen auseinander.
Nach einer groben Recherche geht bei mir plotten und recherchieren Hand in Hand; auf ein bestimmtes Jahr lege ich mich erst fest, wenn ich einen genauen Überblick über die Quellenlage habe. Hierbei ist sowohl eine gute Quellendichte als auch ausreichende quellenkritische Aufarbeitung und fachliche Publikation wichtig (in einer mir zugänglichen Sprache).
Mir persönlich ist auch ein wissenschaftlicher Diskurs wichtig, da Fachliteratur Weiterlesen

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