Das Duell…

Das Duell: Ich schrieb kürzlich, dass ich an dem Duell meiner Autorengruppe teilnehme – und das auch noch gegen die Gruppenleiterin! Sie ist einer meiner großen Angstgegner. Wir bekamen das Thema „Federfluch“ vorgegeben sowie 7 Tage Zeit, um eine Kurzgeschichte (Maximallänge umgerechnet: ca 7,5 Wordseiten) zu schreiben. Auf die Schreibphase folgte eine 1wöchige Lesephase, während der unsere unter Zeitdruck entstandenen Kurzgeschichten nach allen Regeln der Kunst zerlegt wurden. Anhand der Rezensionen konnten wir (bzw. ich) jedoch keine wirkliche Tendenz erkennen, weil beide Schreiber gleichermaßen Kritikpunkte aufgezeigt bekamen mussten oder der Leser Dinge falsch verstanden hatte. Ich persönlich rechnete mit einer stolzen Niederlage gegen einen würdigen Gegner.

Der Ausgang des Duells: Jeder Kommentator sollte eine Wertung von 1-5 abgeben. Zuerst war es ein Unentschieden – einmalig in der Geschichte unserer Duelle. Dann jedoch meldete eine Kommentatorin, dass ihre Wertung nicht in der öffentlich gemachten Punkte-Liste stand. Also kamen nachträglich noch 2 / 4 Punkte hinzu, und ich hatte das Glück, die mit 4 Punkten Bewertete zu sein. Ich denke jedoch, wenn meine Gegnerin ein reines Fantasy-Setting gehabt hätte anstatt es in unserer Welt anzusiedeln, hätte ich verloren. Es war knapp! Und nun darf ich das nächste Duell moderieren und ein Thema vorgeben. Ich habe schon 2 Ideen…

Die Kritik zu meiner Geschichte & Gedanken zu den Leseinput-Autor-Buch-Leser-Abhängigkeiten…: Ich habe im Laufe der Woche die meiste zur Verfügung stehende Zeit für das Erfinden des nicht-menschlichen Volkes aufgewandt, so dass ich die Geschichte ja in einem Rutsch schreiben musste. Mein Autorenkollege Vincent von Ableben propagiert dies und ist gegen endloses Korrigieren. Jedoch ist er knapp 10 Jahre älter und hat wesentlich mehr Schreiberfahrung (und natürlich auch mehr gelesen als ich – Input halte ich mit für das Wichtigste für einen Autor). Mit einem hat er Recht: ich habe die Geschichte solange reifen lassen, dass mir alles bezüglich des erfundenen Volkes, seiner gesellschaft, jüngeren Geschichte, ihrer Werte und Traditionen, der Motivation der Charaktere etc. klar war und ich es in einem Rutsch zufriedenstellend schreiben konnte. Leider habe ich jedoch wegen der Seitenbegrenzung einige Dinge bezüglich der Gesellschaft der Kilaui – dieses geflügelten Volkes – nur andeuten können. Wie ich feststellte, war es leider nicht für alle Leser ausreichend klar (ich nehme an, das liegt am Lesehintergrund – Leute, die ähnliche Bücher über ähnliche Themen gelesen haben, haben einen anderen Verständnishintergrund. Mir z.B. war vollkommen klar, dass der Protagonist auf eine Situation mit Zorn reagiert, um nicht in Angst, Hilflosigkeit und damit Handlungsunfähigkeit zu erstarren. Zorn ist eine Emotion, die ihn antreibt und in Bewegung hält. Möglicherweise habe ich Bücher gelesen, in denen Protagonisten so handelten – mir ist es nicht direkt bewusst – jedenfalls ist dies eine dieser Sachen, die mit entsprechendem Lesehintergrund verstanden bzw. nicht verstanden werden. Selbstverständlich habe ich einen Satz geschrieben, der diese Emotion/Motivation erläutert, ohne sie plakativ zu erklären – da darf ich wohl meinen atmosphärischen Beschreibungen gratulieren. Das wurde glatt überlesen. An dieser Stelle wäre etwas Plakativität  bei der Überarbeitung also vielleicht angebracht). Zudem ist mein neuester Fehler – den ich auch schon kannte –  dass ich teilweise sehr andeutend erzähle und mich davor scheue, Dinge sehr plakativ, in Großbuchstaben etc darzustellen. Allerdings bin ich da etwas zu sehr in Richtung „zu andeutend“. Ich lerne gerade das richtige Maß zu finden; aber kaum ein Autor schreibt beim ersten Durchgang einen perfekten Text. Dafür habe ich ja meine Beta-Leser! Innerhalb dieser Autorengruppe habe die strengsten (und damit hilfreichsten) Beta-Leser gefunden.

Die Überarbeitung in spe… Ich werde demnach bei der Überarbeitung meine Autorensicht über Motivation, Charakter des Protagonisten etc dem Leser etwas stärker herausarbeiten, dem Leser weniger zum Nachdenken/Interpretieren geben. In einer Geschichte mit einem fremden Volk, dass es bisher in der Fantasy nicht gab, sollte ich wohl tatsächlich bei diesen Dingen etwas deutlicher werden, da der Leser auf nichts Bekanntes zurückgreifen kann und daher seine Konzentration großteils auf die Imagination der Kilaui legen wird. Zudem bemängelten einige Gruppenmitglieder, dass wegen unserer Duell-Seitenbegrenzung einige Szenen wegfallen mussten. Also werde ich mehrere Szenen einfügen und danach nochmal die Gruppenmitglieder zum Kritisieren bemühen. Diese Autorengruppe enthält zugleich die wichtigste Gruppe meiner Betaleser, die strengsten Kritiker, die mir je untergekommen sind. Da ich jedoch erst Ende Juli zu der Überarbeitung kommen werde, und dann natürlich abwarten möchte, ob die Punkte nun klar sind und ob sich eventuell durch die zusätzlichen Szenen Längen ergeben, werde ich die überarbeitete Geschichte erst im August online stellen.

 

Das Cover… Um euch zu vertrösten, präsentiere ich schonmal das Cover. Die begnadete askare hat es für mich angefertigt! Ich überlege noch, ob ich kleine Abwandlungen möchte, z.B. eine Perspektive, in der man die kurzen Arme sieht  – aber ich lasse der Künstlerin erst einmal eine Verschnaufpause 😀 besonders die Federn waren schwierig. Ich hab ihr mit meiner Bitte ganz schön Mühe und Zeitstress gemacht… Wahrscheinlich war die größte Mühe, von meiner stümperhaften Paint-Zeichnung und den Erklärungen den Sprung zu diesem hier zu schaffen:

 

 

Idee und Komposition: Meara Finnegan                                                                                                    Künstler: askare.

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