[ABC-Tag] Crowdfunding

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wie Crowdfunding.

Crowdfunding ist ein bisschen vergleichbar mit Mikrokrediten: man hat nicht einen großen Geldgeber (die Bank), sondern viele kleine private Geldgeber (interessierte Menschen).
Anders als beim Mikrokredit wird das Geld jedoch nicht zurückgezahlt, es ist eine Art Spende. Allerdings erhält der Geber eine Gegenleistung, die mit dem Projekt in Verbindung steht. Art und Umfang hängt von der Kreativität des Projekt-Initiators und der Höhe der Spende ab.

Falls das Projekt, für dass ich als Crowdfunder gespendet habe, nicht zustande kommt, ist mein Geld nicht verloren. Es wird mir zurück überwiesen.

Wenn man auf der anderen Seite steht und ein Projekt initiiert, ist die richtige Vorstellung wichtig. Das Projekt muss einerseits sehr gut beschrieben sein, andererseits darf der Text nicht zu lang (und langweilig) ausfallen. Die Beschreibung muss kreativ sein, die Danke-schöns müssen interessant und ansprechend sein und das Ganze muss am besten ein einzigartiges Projekt betreffen. Erfolgreiche Projektstarter geben außerdem den Tipp, dass alle paar Tage neue Infos kommuniziert werden sollten, am besten über einen Blog oder Ähnliches.

Auf den meisten Crowdfunding-Plattformen stehen erfolgreiche Projekte als Beispiele; dort sollte man stöbern, bevor man ein Konzept für sein eigenes Projekt erstellt und sich positive Merkmale der Vorstellungen abgucken.

Im literarischen Bereich ist Crowdfunding relativ neu; vor dem Einstellen eines Projekt es ist es vielleicht ratsam, zu recherchieren, ob in dem eigenen Genre/Subgenre schon erfolgreiche Crowdfunding-Projekte stattfanden. Falls nicht, könnte man eine Marktlücke besetzen – oder aber feststellen, dass die Zielgruppe mit Crowdfunding nichts am Hut hat.
Auch Projekte, die durch Verlag oder Autor einen relativ hohem Bekanntheitsgrad und viele Fans/Multiplikatoren haben, können mit großer Differenz zwischen Soll- und Ist-Summe scheitern.
Den Schritt sollte man sich also gut überlegen, denn neben erfolgreichen Projekten sind auch gescheiterte Projekte weiter im Internet zu finden. In diesem Fall gilt wirklich: das Internet vergisst nicht.

Links:
Startnext, die bekannteste Crowdfunding-Plattform
Spiegel-Artikel vom 30.03.2014

Nachtrag:
Crowdfunding ist nicht auf Verlage oder Herausgeber beschränkt, auch Indie-Autoren können diese Art der Finanzierung nutzen, z.B. um ein professionelles Lektorat zu beauftragen. Wichtig ist hierbei, dass man in der Projektvorstellung genau aufschlüsselt, wofür man das Geld benötigt (ich persönlich würde die Berechnung mit Normseiten erklären und die Normseitenanzahl des Projektes nennen), da die meisten Leute keine Vorstellung von Verlagswesen bzw. Buchproduktion haben.
Allerdings haben Verlage gegenüber einem noch unveröffentlichten Indie-Publisher einen Bekanntheits-Vorteil; und für Indies gilt umso mehr: das Internet vergisst nicht. Mit einem Projekt, dass im Internet als gescheitertes Crowdfunding-Projekt zu finden ist, dürfte die Verlagssuche (falls man sich doch umbesinnt) nahezu unmöglich werden.

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2 Antworten auf [ABC-Tag] Crowdfunding

  1. Siara sagt:

    Nachdem ich den Begriff „Crowdfunding“ immer mal recherchieren wollte, weil ich keine Ahnung hatte, worum es sich handelt, hat sich meine Frage jetzt erst mal erledigt, danke dafür also.

    Noch mal eine kleine Verständnisfrage: Ist im Bereich Literatur Crowdfunding also auch für Self-Publisher interessant, die sich ihr Projekt finanzieren lassen? Oder geht es hierbei um Verlage?

    • mearafinnegan sagt:

      Liebe Siara,

      danke für Deine Rückmeldung.
      Crowdfunding kann theoretisch jeder machen. Bei Selfpublishern würde sich dies besonders für professionelles Lektorat oder Covergestaltung anbieten.

      Allerdings haben Selfpublisher einen kleinen Imagenachteil, da sie immer noch oft als minderwertig gelten (sonst habe man es ja in einen Verlag „geschafft“).
      Selfpublisher ohne großen Bekanntheitsgrad haben zudem einen Nachteil gegenüber Verlagsprojekten, da diese schon eine Fangemeinde haben und durch ihre (Anthologie-)Autoren und Mitarbeiter mehr engagierte Multiplikatoren haben.

      Hinzu kommt, dass den meisten Menschen das Thema Buchveröffentlichung und Buchproduktion fremd ist, so dass die Höhe der benötigten Fördermittel ohne nähere Erläuterung (z.B. Erklärung der Berechnungsgröße Normseiten oder der Kostenpunkte wie Bildlizenzen) den Crowdfundern zu hoch erscheinen könnte. Gerade Selfpublisher sollten auf ausreichende Information in ihrer Projektvorstellung achten; vielleicht könnte man genauere Infos auch für den Blog nutzen, den man nach Empfehlung erfolgreicher Crowdfunder für sein Projekt einrichten sollte, um immer neue Informationen zu liefern.

      Habe das Thema Selfpublisher als Crowdfunding nachgetragen 🙂

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