[ABC-Tag] Genre

G

wie Genre.

Ein eigener Artikel für das Genre? Jeder weiß doch, was der Begriff bedeutet.
Heute möchte ich keinen Begriff erklären, sondern einige wichtige Hinweise um ihn loswerden, auch wenn der Erste allgemein bekannt sein sollte.

Jeder Autor muss sein Genre kennen.
Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Autoren viel (in ihrem Genre) lesen, erstaunlicherweise gibt es viele Schreiber, die das nicht tun. Doch nur, wer die Mechanismen und Lesererwartungen genau kennt, kann auch ein Buch schreiben, dass eine Chance hat, verkauft und damit gelesen zu werden. Nur, wer sich auch mit der Entwicklung des Genres auskennt, weiß, ob er eine innovative Idee hat oder ob exakt solche Plots vor x Jahren den Markt übersättigt haben.

Der Ruf des Autors
Und nicht zuletzt ist es auch für den Ruf des Autors in der Öffentlichkeit wichtig, dass er weiß, wovon er spricht. Ich habe einmal als Zuschauer eine Preisverleihung besucht, in der Phantastik und Fantasy getrennt prämiert wurden. Der Preisträger der Kategorie Phantastik hat seine Siegerrede mit den verwunderten Worten begonnen „Ich wusste gar nicht, dass ich Fantasy schreibe, ich dachte, Fantasy wäre immer mit Elfen und so“. Wer sich als potentieller Preisträger sich nicht einmal die Mühe macht, den Unterschied von Fantasy & Phantastik herauszufinden (dank Google und Wikipedia mit wenig Aufwand machbar), hinterlässt keinen guten Eindruck bei den Zuschauern.
Zumindest nicht bei mir.
Oder wenn Autoren in einem Interview antworten, sie hätten ihr Buch geschrieben weil sie endlich einmal etwas lesen wollten, das [hier beliebigen Aspekt einfügen] und dabei gibt es sehr viele bekannte und auch (relativ) aktuelle Bücher, die genau dies bieten – wirkt das nicht gut. Da kann man froh sein, wenn das Interview schriftlich geführt wird oder der Interviewer so nett ist und nicht darauf anspringt.

Genre ≠ Genre
Der Autor muss sein Genre kennen. Er muss sich vor allem vor dem Schreiben klar sein, was er schreiben will.
Allerdings kann es sein, dass ein Buch unter dem genau entgegen gesetzten Genre vermark eintet wird. Aus dem Low Fantasy Manuskript, das von Autor und Agentur angeboten wurde, wird dann vielleicht ein High Fantasy Werk.
Anderes Beispiel: Nina Blazons „Totenbraut“ wurde nicht als Historischer Roman betitelt, um die Fantasy-Stammleserschaft nicht abzuschrecken – mit dem Ergebnis, dass praktisch alle Verrisse auf Amazon auf die Enttäuschung von Vampirgroupies zurückgehen, die beim Kauf ein anderes (unter anderem phantastisches) Buch erwartet haben.

Genreklassifizierung
Vor kurzem sagte eine Nachwuchs-Autorin zu mir, über Genre mache sie sich gar keine Gedanken – Hauptsache eine gute Geschichte käme rum.
Die genaue Einordnung in ein Genre ist jedoch extrem wichtig, da sie (bei klassischem Veröffentlichungsweg) in den Bewerbungsunterlagen entscheidend sein kann, ob das Gesamtmanuskript angefordert wird, und bei Selfpublishern steuert, welche Leser das Buch kaufen und was für Erwartungen sie haben.

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