[ABC-Tag] Literaturagentur

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Literaturagentur.

Literaturagenturen vermitteln die Manuskripte von Autoren und kümmern sich um die Abrechnung der Honorare. Oft übernehmen sie auch weitere Aufgaben, z.B. ein Vor-Lektorat, oder sind von ihren Autoren bei der Auswahl und Planung zukünftiger Projekte eingebunden.

Wichtig sind hierbei 2 Grundsätze:

  1. Agenturen haben keine Vorkasse! Seriöse Agenturen nehmen kein Geld und arbeiten so lange „umsonst“, bis der Autor einen Vertrag vermittelt bekommt. Seriöse Agenturen erhalten eine Beteiligung auf das Garantiehonorar und die Tantiemen, ansonsten bekommen sie kein Geld von dem Autor.
  2. Entscheide Dich vorher für Agentur oder Direkt-Bewerbung beim Verlag. Agenturen wollen „frische“ Manuskripte. Man sollte nur unveröffentlichte Manuskripte einreichen, mit denen man selbst noch keine Bewerbungsrunde bei Verlagen absolviert hat.

Jetzt könnte man denken: warum 20 % an eine Agentur abgeben? Bewerbe ich mich doch selbst und habe 100 %.
Das wäre dann aber vermutlich 100 % von Nichts, zumindest wenn man in großen Publikumsverlagen veröffentlichen möchte. Die Verlagsbranche hat sich dahin gehend gewandelt, dass man ohne die Vermittlung einer Literaturagentur kaum Chancen hat, in einem großen Verlag veröffentlicht zu werden.

Wenn man theoretisch durchspielt, dass man das „kaum“ aushebelt und es dennoch direkt schafft: dann hat man ein Angebot von einem Verlag. Dass man bei mehreren Verlagen zum genau gleichen Zeitpunkt aus den Stapel unverlangt eingesendeter Manuskripte gefischt wird und in den verschiedenen internen Bewertungsvorgängen so weit kommt, dass dem Autor ein Angebot gemacht wird, ist unmöglich.
Eine Literaturagentur macht jedoch genau das: sie bietet das Manuskript mehreren Verlagen gleichzeitig an.

Die Literaturagenten kennen auch genau die Verträge und können meist bessere Konditionen heraus handeln, insbesondere, wenn sie mehrere Verlage als Interessenten haben.

Diese Möglichkeit hat man als Autor, der sich alleine bewirbt, nunmal nicht.

Außerdem kennen die Agenten den Markt, und oft fragen die Verlage bei ihnen an „Habt ihr xyz?“
Autoren, die bei einer Literaturagentur sind, verfolgen also diejenigen ihrer Projektideen, die am meisten Chancen am Markt haben. Autoren ohne Agentur müssen da ein bisschen raten, welche ihrer Ideen am ehesten Chancen hätte.
Literaturagenturen sind keine Garantie auf umgehende Veröffentlichung, die Verlagsmühlen mahlen langsam und es gibt wenig Programmplätze für Debut-Autoren.
Aber wenn man in großen Verlagen veröffentlicht werden möchte, ist es besser, bei einer Agentur unter Vertrag zu sein.
Um die richtige Agentur zu finden, sollte man sich vorher überlegen, welches Genre man hauptsächlich schreiben möchte. Auf den Homepages der Agenturen finden sich neben Hinweisen auf die vertretenen Genres meist Namen von Autoren, die sie vertreten.
Ich persönlich würde schauen, ob da Autoren meines Hauptgenres vertreten sind. Falls die Arbeitsweise eines Autors eine besondere Übereinstimmung zu mir zeigt (z.B. Publizieren in 2 verschiedenen Genre; veröffentlicht einen eher ungewöhnlichen Genre-Mix o.Ä.), würde ich mich vorrangig bei der Agentur bewerben, die diesen Autor unter Vertrag hat.

Wie auch immer man seine Wunsch-Agentur herauspickt: man sollte ganz genau die Einsendeformalitäten beachten, die auf der Homepage beschrieben steht. Außerdem möchten manche Agenturen nur Manuskripte, die noch keiner anderen Agentur angeboten wurden.
Am besten sucht man sich erst eine engere Auswahl zusammen, und stellt dann eine Liste zusammen, in welcher Reihenfolge man sich wo bewerben möchte.

In der Text-Manufaktur ist eine Auswahl an Literaturagenturen alphabetisch aufgelistet.

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