[Recherche] Sie sind Legion? Frauen als Soldaten in der Navy

Verkleidete Frauen
Verkleidete Frauen sind ein beliebtes Stilmittel in historischen Romanen jeder Art; auch und gerade in denjenigen, die es mit dem Wort „historisch“ nicht allzu genau nehmen. Deswegen habe ich lange gezögert, eine solche Nebenfigur in meinem Roman einzuplanen. Sie ist jedoch für die persönliche Entwicklung des Helden und als Katalysator für den zweiten Teil des Manuskripts unverzichtbar.
Als ich ein wenig recherchiert habe, stellte ich fest, dass es erstaunlich viele Beispiele alleine schon für die Royal Navy im 17. und 18. Jahrhundert gibt. Mit gut zwei Dutzend eindeutig belegten weiblichen Soldaten hätte ich in diesem kurzen Zeitraum nicht gerechnet. Die Zahl hat mich überrascht, ich hätte sie niedriger angesetzt (wenn mich irgendjemand um eine Schätzung gebeten hätte).
Man muss schließlich noch die Fälle berücksichtigen, die sich nicht zweifelsfrei verifizieren lassen; die Landstreitkräfte; das nicht ausgewertete Quellenmaterial; die Zeiträume vor und nach diesen knapp 150 Jahren, die mich interessieren; andere europäische Länder. Selbst wenn man nur europäische Länder berücksichtigt, schließe ich daraus auf eine relativ hohe Anzahl an von der Fachliteratur noch nicht erfassten oder nicht erfassbaren Frauen.
Da regte sich in mir eine Trotzhaltung.
Einzelfall? Frauen, die sich derart in Männerrollen bewegten, sind keine historischen Einzelfälle, egal, was wir uns einreden lassen. Das gab den Ausschlag, die fragliche Romanfigur unter allen Umständen beizubehalten. Ich habe einen fiktiven Protagonisten und baue überall unauffällig historische Fakten ein, die das Ganze unterfüttern und dem Roman mehr historische Substanz verleihen. Das mit der verkleideten Frau ist jetzt leider nicht so unauffällig und es löst bei vielen Lesern vielleicht so einen „Wäh, schon wieder die schlecht recherchierte Standard-Hosen-Rolle“-Buch-Zuklapp-Drang aus – egal.
Die Frau bleibt drin.

Quellenlage und Dunkelziffern
Als Quellen stehen uns zum einen die zu Lebzeiten publizierten Biographien zur Verfügung, die sich einer großen Beliebtheit erfreuten und so bis in die heutige Zeit überdauerten. Allerdings galten schon damals Regeln, was sich verkauft und was nicht, so dass viele reale Erfahrungsberichte von Fiktion überlagert sind. Einige Berichte, wie z.B. die Lebensgeschichte von Lucy Brewer (1812-1815 in der Navy), lassen sich zweifelsfrei als fiktionales Werk erkennen (in ihrem Fall verfasst von einem Mann).
Mary Lacey’s biographisches Werk ließ sich in weiten Teilen verifizieren, die 1740 geborene Frau hat tatsächlich von 1759 bis 1771 als Seemann gearbeitet. Bei Mary Anne Talbot (1778 – 1808) hingegen gibt es einige auffallende Diskrepanzen. Beispielsweise soll sie einem Captain Bowen ins Feld gefolgt sein, dieser lässt sich jedoch historisch nicht nachweisen. Die Daten der Schiffspassagen stimmen nicht mit den Namen überein und so weiter. Talbot hatte jedoch zwei Schusswunden und noch einige andere Indizien sprachen dafür, dass sie tatsächlich auf irgendeine Art und Weise in Army oder Navy gedient hatte. Möglicherweise haben entweder sie oder ihr Verleger die Geschichte etwas aufgepeppt, um durch größere Berühmtheit mehr Geld zu machen (der romantische Grund für ihren Kriegsdienst lässt eine solche Deutung wahrscheinlich klingen).
Doch den einen oder anderen Fall aus diesen Biographien müsste man zu den belegten Fälle hinzurechnen.
Gleiches gilt für Zeitungsberichte, die erstaunlich oft von Frauen berichteten, die ihrem Liebsten zur See folgten oder aus anderen Gründen der Navy beitraten. Natürlich muss man damit rechnen, dass dort ebenfalls oft die Sensation, das verkäufliche Element, heraus gestrichen wurde. Vielleicht ist ein Anteil dieser Meldungen auch der Saure-Gurken-Zeit geschuldet und vollkommen frei erfunden. Diese Berichte lassen sich zum großen Teil nicht nachprüfen, so dass die Amerikanerin Suzanne J. Stark sie in ihre Untersuchungen oft nicht einbeziehen konnte und konservative Historiker wie David Cordingly sie ignorieren.
Zu Recht, wenn man es vom wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet.
Doch der Romanautor fragt sich willkürlich, wie viele von diesen unzähligen Berichten der Wahrheit entsprechen könnten…
Eine weitere wichtige Quelle sind die Logbücher von Kapitänen der Kriegsschiffe und Handelsschiffe, in denen Enttarnungen wie beispielsweise 1761 die von William Prothero festgehalten sind. Die junge Frau blieb 9 Monate auf dem Schiff, bis man ihr Geschlecht entdeckte. Gerade im zivilen Bereich sind noch nicht alle Logbücher publiziert oder untersucht und so wartet da vielleicht noch die eine oder andere zusätzliche Dame auf ihre Entdeckung.
Ansonsten sind die Logbücher und Musterungsbücher eine wichtige Quelle, um angebliche Tatsachenberichte (durch Zeitungsartikel oder Biographien) zu verifizieren, ebenso wie Tagebücher oder Briefe anderer Zeitgenossen.
Auch das Zahlungsbüro der Navy erfasst mehrere Male Frauen, die ihre Prämien abholen, die sie in einer Rolle als Mann in der Navy verdient haben. Klagen vor Admiralität oder dem Regent selbst belegen, dass seit 1692 Frauen in Männerkleidung zur See fuhren und nach ihrer Enttarnung den zustehenden Sold oder die Pension einklagen musste.
Viele von den historisch belegten weiblichen Navy-Soldaten haben ihre Identität selbst enthüllt, beispielsweise, um wie Mary Lacey wegen ihrer Kriegsversehrtheit eine Pension zu beantragen
Also muss man in die Dunkelziffer noch die Frauen „einrechnen“, die ihre Täuschung erfolgreich aufrecht erhielten, auf normalem Wege ihren Abschied nahmen und in einer anonymen Frauenrolle verschwanden. Damals verpflichtete man sich bei der Navy nicht für eine bestimmte Anzahl von Dienstjahren, sondern für einzelne Reisen oder im Kriegsfalle Kampagnen. War das Ziel des Handelsschiffs oder Kriegsschiffes erreicht oder die militärische Kampagne, stand es einem Marine-Soldaten frei, seiner Wege zu gehen. Eine Frau kann also ohne weiteres ein kurzes, erfolgreiches Intermezzo in der Navy geben (unentdeckt und die Kämpfe überlebend) und dann ins Nirgendwo abtauchen, ohne dass man jemals erfährt, dass der Soldat eine Frau war.
Und zuletzt muss man noch diejenigen Soldaten berücksichtigen, die im Kampf fielen, ohne dass ihre Leichen greifbar waren. Auf hoher See nicht unüblich, insbesondere seit sich ab den 1660ern die Tendenz zu größeren Schlachtschiffen verstärkte und die Schiffe in einer Schlachtreihe Aufstellung nahmen und ihre Breitseiten aufeinander abfeuerten.
Das möchte ich jetzt nicht als Grund nehmen, die Anzahl der kämpfenden Frauen ins Unermessliche zu steigern, ich bin kein Anhänger von der Extrapolation extrem hoher Dunkelziffern und habe schon mit 14 Jahren die Existenz von neun Millionen verbrannten Hexen angezweifelt. 😉

Nachtrag vom 13.03.2016

Jetzt bin ich tatsächlich über einen Zeitungsartikel der Illustrated Police News vom 03. Mai 1873 gestolpert, in dem genau darüber berichtet wird: nach einem Schiffsunglück wurde eine der Leichen der „Seemänner“ als weiblich identifiziert. Die überlebenden Seeleute kannten die Frau als „Billy“ und hatten niemals vermutet, es könnte ein Mann sein.
Leider sind wesentlich mehr solcher Zeitungsartikel aus dem 19. Jahrhundert erhalten – oder publiziert, was auf das gleiche herauskommt.
Für meine Roman-Recherche bringt es mir also leider in dem Sinne nicht viel, aber es ist interessant zu sehen, dass mehrere meiner oben aufgestellten Behauptungen sich verifizieren lassen, wenn auch leider im (von meinem Standpunkt aus) falschen Jahrhundert.

Man muss sich auch die Anzahl der nicht auffindbaren Leichen vergegenwärtigen. Selbst wenn man dort nur eine sehr geringe Anzahl an unentdeckten weiblichen Soldaten veranschlagt, wenn man alle diese Faktoren im Zusammenspiel sieht, hat sich selbst bei sehr konservativer Schätzung die kleine harte Zahl, die historisch nachgewiesen ist, doch ansehnlich vergrößert.
Und dann ist da noch das Problem mit der Identifikation: da es keine zentrale Listung der Soldaten gab, neigt man dazu, bei Namensgleichheit und räumlicher Nähe sowie anderen passenden Faktoren einen Schiffswechsel desselben Soldaten auszumachen. Normalerweise ist es von untergeordneter Bedeutung, ob ein William Brown jetzt auf mehreren Schiffen gedient hat oder ob es sich um zwei verschiedene Männer handelte. Beschäftigt man sich jedoch mit heimlichen weiblichen Soldaten in der Navy, wird das schnell eine Glaubensfrage.

 

Die Entdeckung der Maskerade
Einige Frauen wurden schon bei der Anwerbung oder nach einigen Monaten im Dienst entlarvt. Viele von den historisch belegten weiblichen Navy-Soldaten haben ihre Identität jedoch selbst enthüllt, beispielsweise, um wie Mary Lacey wegen ihrer Kriegsversehrtheit eine Pension zu beantragen. Andere wurden im Zuge von Disziplinarstrafen wie Auspeitschen enttarnt, machten im Gefängnis auf ihr Geschlecht aufmerksam oder outeten sich, um einer Press-Gang zu entgehen.
Betty Wilson wurde 1832 nur als Frau enttarnt, weil sie während ihres Landgangs so betrunken war, dass sie in einem Handwagen zur Polizeiwache gekarrt wurde. Während man mit ihrem bewusstlosen Körper rangierte, stellten ihre Helfer fest, dass der Seemann doch recht unüblich für einen Mann ausgestattet war.
Betty Wilson versuchte nicht erneut auf einem Schiff anzuheuern, sondern verschwand in die Anonymität eines zivilen Lebens. Durch eine Kollekte sammelten ihre Entdecker Geld und besorgten ihr Frauenkleidung.

 

Karriere und Verhalten von Frauen in der Marine
Frauen in Männerkleidung haben in der Marine eigentlich genau dasselbe gemacht, wie die Männer: sie sind als junge Burschen eingetreten, haben als Diener eines Offiziers angefangen und sich dann mit wachsendem Wissen und Erfahrung hochgedient. Viele dieser Frauen hatten einen kleineren Wuchs oder zierlicheren Körperbau, und vermutlich alle waren bartlos 😉 so dass sie oft etwas älter waren als ihre männlichen Kameraden, ohne dass man es merkte. Es kam vor, dass Frauen erst in ihren frühen Zwanzigern in die Navy eintraten und an die 10 Jahre jünger geschätzt wurden.
Neben den körperlichen Herausforderungen, die so ein Leben in der Navy mit sich bringt, haben die Frauen sich auch an Land ganz wie junge Männer benommen, geraucht, geflirtet und gesoffen. Mary Lacey hatte ziemlich viel Erfolg bei jungen Frauen, so dass ihre Kameraden teilweise schon „seine“ Heirat kommen sahen. Diese Berichte brachten Suzanne J. Stark dazu, diese cross-gender gekleideten Frauen als homosexuell einzuordnen.
Betty Wilson hat wie schon erwähnt mit verhängnisvollem Ausgang beim Wett-Trinken mitgehalten.
Rebecca Young ließ sich 1833 mit einem anderen Mann zu einem Wettkampf im Mastenklettern ein und rutschte ab. Die Mutprobe endete tödlich für die junge Frau.
Doch nicht nur im Sozialverhalten passten sie die getarnten Frauen an. Die schon erwähnte William Brown ist möglicherweise ein Beispiel für das Erreichen von Unteroffiziersposten. Cordingly, den ich als ziemlich konservativ in diesen „Frauenfragen“ bewerte, folgt der Interpretation, nach der zwei erwähnte William Browns identisch sind. Dann hätte die junge Frau mindestens 12 Jahre gedient (1804 – 1816) und als Captain of the Foretop auf einem Flagschiff einen ziemlich wichtigen Posten inne gehabt.
Allerdings musste nicht jede Frau in der Navy auf den Masten herum klettern oder eine Waffe führen. Mary Lacey, die 1772 vor der Admiralität erfolgreich eine Pension für ihre Dienste beantragte, war beispielsweise erst als Diener des Schiffszimmermannes, dann als sein Gehilfe tätig. Schließlich bekam sie entsprechende Empfehlungen (ohne diese konnte ein Seemann damals nie etwas erreichen) und lernte den Schiffsbau. Nachdem sie jedoch 7 Jahre erfolgreich die entsprechenden Kenntnisse aneignete und die entsprechenden Zertifikate ausgestellt bekam, musste sie wegen einer rheumatoiden Erkrankung ihr Handwerk aufgeben. Gerade, als sie ihr Ziel erreicht hatte und sowohl in der Lage als auch offiziell befähigt war, Schiffe zu bauen – musste sie ihren Beruf aufgeben. Cordingly beschreibt einfach eine Abfolge von Tatsachen, aber bei mir springt sofort die Phantasie an. Das muss ein wirklich bitterer Moment gewesen sein.

 

Hannah Snell (1723 – 1792, in der Navy 1747 – 1750)
Hannah Snell
hat am besten von den Navy-Frauen Kapital aus ihren Erfahrungen geschlagen und ist deswegen vermutlich die Bekannteste. Nachdem ihr erster Ehemann sie bestahl und verließ, trat sie 1747 in der Navy ein. Sie diente während verschiedener Kämpfe und wurde 11 mal verwundet. Nach ihrem Austritt aus der Navy veröffentliche sie ihre Biographie (wie immer mit Vorsicht zu genießen) und trat mehrere Monate in einer Variete-Show auf. Angeblich – laut Biographie – soll ihr eine jährliche Pension von 30 Pfund genehmigt worden sein. Entweder ist dies fiktional, oder sie hat die Pension nicht (vollständig) erhalten. Die Navy-Administration hatte, wie schon berichtet, ohnehin eine lässige Zahlungsmoral, insbesondere bei weiblichen Angehörigen. Gegenüber Reverend James Woodfare behauptete sie 1778, sie würde 18,5 Pfund als jährliche Pension erhalten.
Ob sie nun mit staatlichen Geldern versehen wurde oder nicht: solange sie konnte, machte Hannah das Beste aus ihrer Popularität. Während der Variete-Show sang sie, marschierte in Uniform und lud und präsentierte ihr Gewehr. Den männlichen Zuschauern zufolge, die ebenfalls gedient hatten, lieferte sie ein tadellos Bild eines perfekten Soldaten.
Hannah Snell heiratete zwei weitere Mal, gewann eine reiche Dame als Patentante für ihre Kinder, die sich so zu Anwälten ausbilden lassen konnten und schien ein gesichertes Leben vor sich zu haben.
Doch im 18. Jahrhundert gab es keine Sicherheit für Frauen: als Reverend Woodfare sie 1778 traf, war sie erneut verwitwet und trotz königlicher Pension (so sie gezahlt wurde) finanziell abgebrannt. Hannah reiste durch die Grafschaft und verkaufte Kurzwaren aus einem Korb.
Auch der soziale Aufstieg ihrer Kinder war durch Bildung alleine nicht gesichert: George Eyles konnte seine Mutter zwar zwischenzeitlich bei sich aufnehmen, Ende der 1780er jedoch musste er wegen Verschuldung in ein Arbeitshaus gehen.
Hannah Snell beschloss ihr Leben in geistiger Verwirrung in Bedlam. Da sie neben ihrer Verwirrtheit auch gewalttätig war, könnte es sich um Syphilis im Endstadium gehandelt haben. Ihr erster Mann war Seemann und wurde von Cordingly als wahrscheinlicher Überträger der Krankheit auserkoren.

 

Fazit
Eigentlich wollte ich nur zum Weltfrauentag einige Beispiele von Frauen in der Navy vorstellen.
Leider habe ich den Fehler gemacht und erstmalig für zusätzliche Informationen in eine weitere Sekundärquelle hinein gesehen, die doch recht unklar aufgebaut ist. Unter „Women of War“ stelle ich mir beispielsweise ein Kapitel mit Soldatinnen in Männerkleidung vor, nicht Informationen über die Ehefrauen von den Befehlshabern.
Die „Women of War“, die ich vorhin gesucht habe, stehen überall im Buch verstreut. In gefühlt jedem Kapitel stolpert man über Daten und Namen von Enttarnungen von Frauen oder Klagen vor dem Navy Board.
Nach diesem leicht planlosen Namedropping schätze ich die abenteuerlustigen oder verzweifelten Damen inzwischen auf an die 50 Stück. Oder 60. Oder mehr. Man weiß es nicht, es steht ja nirgends. Zählen soll ich die wohl selbst.
Vielleicht mache ich das auch noch. Vielleicht schreibe ich mir alle erwähnten Frauen mal chronologisch heraus, das könnte ganz interessant sein.
Nimmt man diese gefühlt drei Dutzend Erwähnungen ebenfalls als verifizierte Fälle an (aus welchem Grund sollte ein Kapitän, Reverend oder Passagier lügen, wenn er in offiziellen oder privaten Journalen von der Enttarnung eines Seemannes als Frau schreibt?), obwohl man keine weiter führenden Informationen hat, um sie mit Musterungsbüchern und so weiter abzugleichen… tja, dann müssten das wirklich extrem viele sein.
In meinem Kopf wird das gerade knapp dreistellig. Die anderen beiden Historiker haben sich schließlich rein auf Fälle beschränkt, die ausreichend Informationen bieten, damit man mittels verschiedener anderer Quellen das ganze wasserdicht absichern kann… und mir war schon klar, dass es da eine hohe Zahl an nicht zu verifizierenden Erwähnungen gibt.
Aber in Journalen von Kapitänen, Reverends und hochgestellten Persönlichkeiten, so verdammt viele Erwähnungen von enttarnten Frauen?

Morgen habe ich frei. Ich glaube, da werde ich mal eine Excel-Tabelle ausfüllen. Ich bin gespannt, wie viele Zeilen ich brauchen werde.

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3 Antworten auf [Recherche] Sie sind Legion? Frauen als Soldaten in der Navy

  1. Ai Hua sagt:

    Danke für den Beitrag. Mir gefällt vor allem Dein Bericht über die Recherchearbeit, sodass ich wieder Lust bekomme zu forschen. Das hat in meinem Alltag nicht mehr so viel Platz und dabei hat mich das jahrelang glücklich gemacht.
    Das mit der Namensgelichheit oder Ähnlichkeit ist sicherlich sehr problematisch, vor allem da man ja so viele Register hat und zu der Zeit ja auch die Schreibweisen nicht so festgeschrieben waren. Wobei man das ja auch noch heute findet.
    Was ich mich gefragt habe, ob alle Frauen nach der Dienstzeit z.B. ihre Renten oder andere Ansprüche, als Frauen in Anspruch genommen haben, sondern vielmehr in ihren Rollen verblieben. Jedenfalls in diesem Zusammenhang.

    • Hallo Ai Hua, danke für den Kommentar.
      Teilweise sind Frauen in ihrer Männerkleidung verblieben. Ich hatte mir einen Tom notiert, der seine ausstehende Pension einforderte (vor der Admiralität? Ich könnte es nachlesen) und in Wirklichkeit eine Frau war. Ihr weiblicher Name ist nicht festgehalten. Druett hat die Vermutung geäußert, dass bei Frauen die ohnehin nicht gute Zahlungsmoral der Royal Navy als Erstes versagte und deswegen viele Frauen in Männerkleidung lebten. Doch man hatte natürlich auch in anderen Lebensbereichen wesentlich mehr Rechte / Freiheiten, wenn man als Mann auftrat.
      Eine junge Frau, deren Namen ich mir leider nicht notiert habe (diese Angabe habe ich bei Cordingly gefunden), hat ihr Geschlecht erst enthüllt, als sie von einer Press Gang aufgesammelt wurde. Wäre sie nicht behelligt worden, wäre sie vermutlich noch längere Zeit als Mann aufgetreten.
      Andere Historiker (Suzanne Stark müsste darunter fallen, aber mein Exemplar wird gerade verschifft, da beziehe ich meinen Eindruck nur aus Reaktionen / Bewertungen über das Buch) vertreten eher die Ansicht, dass diese Frauen wirklich transsexuell oder homosexuell gewesen sind.
      Aber so einfach kann man sich das nicht machen und eine Entweder-Oder-Frage ist das schon gar nicht.
      Natürlich ist es auch wieder ein Thema, an dem es sich in dieser Zeit schwer forschen lässt und wo vieles wieder in eine Glaubensfrage ausartet. 🙂 (Ich hätte mir lieber keine Zeit für meinen Roman aussuchen sollen, bei dem das auf so viele Sachverhalte zutrifft.)

      In meinen ausufernden Literaturlisten habe ich mir noch als Must-Read Frauen in Männerkleidern – Weibliche Transvestiten und ihre Geschichte von Rudolf Decker und Lotte van de Pol notiert. Da gibt es allerdings mindestens 2 Ausgaben von, und die neueste unterscheidet sich scheinbar wesentlich von der älteren. Da muss man also aufpassen, dass man die neueste erwischt, aber das Buch kostet auch nicht an die 100 €, sondern nur knapp 14, da passt das dann schon.
      Bei den meisten Fach-Büchern kaufe ich mir ehrlich gesagt eine antiquarische Variante, weil es sind einfach so viele Bücher, die ich so intensiv brauche, dass ich sie im Regal haben will, und dann jedes Mal ~ 80 € für ein Buch rauszuhauen, das geht nicht.
      Allerdings habe ich für „Gentlemen and Tarpaulins“ gebraucht auch an die 50 € hinlegen müssen. Das wurde dann ein Geburtstagsgeschenk.
      Ich glaube, abgesehen von LARPern habe ich die seltsamsten Geburtstagsgeschenke 😀

  2. Pingback: *klick* Über Legolitis, verkleidete Frauen und Atmosphäre in Videospielreviews | Zeitzeugin

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