Das kenne ich doch irgendwo her! – Historische Ereignisse in Fantasyromanen

Phantastische und historische Erzählungen haben von jeher starke Gemeinsamkeiten. Beide versuchen dem Leser eine Welt nahe zu bringen, die es so niemals gegeben hat. Das mag seltsam klingen aus dem Mund einer Bloggerin, die in den letzten Monaten vorwiegend über historische Zusammenhänge geschrieben hat. Doch bei aller Liebe zum Detail, die genaueste Recherche kann nicht abbilden „wie es damals gewesen ist“. Man kann allenfalls eine (sehr) große Annäherung erreichen – wenn es eine ausnehmend gute Quellenlage gibt. Aber in vielen Fällen muss man sich für das wahrscheinlichste Szenario entscheiden, und sobald es z.B. um die Motivationen historischer Persönlichkeiten geht, gibt es immer mehrere Stimmen – welche (Sekundär-)Quelle hat nun recht? Was war beabsichtigt, was war das für ein Mensch, wie ist es denn nun gewesen? Jeder, der sich mit Quellenkritik beschäftigt, kennt diese Problematik.
Man könnte aufgrund derselben Quellen mindestens zwei verschiedene Szenarien konstruieren. (Gibt es Plotbunnys auch für Blogartikel? Das könnte ich ja mal machen! Da bieten sich einige Personen aus der Stuartdynastie doch geradezu an…)
Ich bin immer verwundert, wenn Leser historischer Romane die Phantastik kategorisch ausschließen, und umgekehrt. Beide Genre versuchen, eine fremdartige Kultur in allen Facetten zu konstruieren und dem Leser nahe zu bringen. Und Fantasywerke lassen oft geschichtliche Sachverhalte durchschimmern – manchmal als Schauplatz, andere Male sind nur bestimmte Traditionen oder einzelne Aspekte verwendet.
Andere Werke nehmen sich historische Ereignisse bewusst zum Vorbild und lassen sie in einem phantastischen Zusammenhang mit anderer Besetzung erneut aufleben.

Die irdische Welt als Setting
Jennifer Roberson konzentriert sich in ihrer „Schwerttänzer“-Serie auf die Charakterentwicklung ihrer Figuren. Um sich nicht zu sehr mit dem Weltenbau aufzuhalten, hat sie sich arabische Wüstenkulturen und die nordische Kultur zum Vorbild genommen. Demzufolge begegnen dem Leser mit Afreet, Skald und Ähnlichem Begriffe, die er direkt verorten kann. Im dritten Band spielt eine Art Heilsgestalt eine große Rolle, den sie demzufolge Jihadi nennt. Der Name deutet jedoch nicht auf die Absichten dieser Heilsgestalt hin, sondern ist eher ein Hinweis der Autorin, dass das Erscheinen des Messias zu erbitterten Kriegen führen wird. Der Legende nach wird er die Wüste zu Gras wandeln. Und wenn das Land auf einmal fruchtbar und damit kostbar ist, bleiben blutige Kämpfe der Domänenherrscher nicht aus.
Bei aller Ähnlichkeit an Bestehendes ist die Reihe nicht unoriginell. Die Art und Weise, in der die Hauptfigure den Jihadi in seiner Geschichte benutzen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen, kam für mich unerwartet. Auch eine Nebenfigur instrumentalisiert die Jihadi-Mythologie für ihre eigenen Zwecke. Diese sechsbändige Reihe gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbüchern (auch wenn die weibliche Hauptfigur anfangs etwas zu sehr auf ihrem Können besteht – das Buch ist eben von 1983). Einziger Kritikpunkt war für mich die nicht vollständig aufgelösten Konflikte im letzten Band. Doch inzwischen ist ein siebter Band auf Englisch erschienen, ein achter wird folgen. Roberson hatte das Ende als nicht als kompletten Abschluß geplant.

Auch „Die Lügen des Locke Lamora“ von Scott Lynch führt den Leser in eine scheinbar bekannte Welt. Die Stadt mit ihren Kanälen erinnert an das Venedig der Renaisssance, der Name selbst (Camorr) und Bezeichnungen wie „Capa“ verorten die Gesellschaft der Diebe bei einer bekannten Organisation unserer Welt: der Mafia. Lynch benutzt ebenfalls nur eine sehr grobe Kulisse, um eine leicht verständliche Grundlage zu schaffen. Stärker als Roberson durchsetzt er scheinbar Bekanntes mit erfundenen Dingen.

Die größten Anlehnungen werden in Fantasy traditionell an das (Hoch-)Mittelalter gesucht. Mit dem Lehenswesen, der Hierarchie und dem Rittertum bietet es sich als Kulisse für High Fantasy an. Solche Bücher gleichen sich oft sehr. Problematisch wird es teilweise, wenn in einigen Punkten originellere Lösungen gesucht wurden, die dann nicht mehr zu dem Rest des Weltenentwurfes passen.

 

Einzelne Elemente
Unsichtbarer sind oft einzelne kulturelle Elemente, die in eine Welt eingepasst werden. Die Elfen-Reihe von Chris Evans soll in ihrer Heeresstruktur viele Ähnlichkeiten zum napoleonischen Militär besitzen (laut einer Rezension), der Rest hat jedoch wenig mit der französischen Geschichte zu tun. Manya schrieb vor einigen Tagen über Llewynns Nightrunner-Serie und die Darstellung homosexueller Partnerschaften in dem fiktiven Land Plenimar. Homosexualität an sich ist in Ordnung (in gewissem Rahmen), jedoch nur für den männlichen Teil des Paares. Moment mal, sind denn nicht beides Männer?! In Plenimar wird unterschieden zwischen dem aktiven Part und dem, der gewissermaßen den Part einer Frau einnimmt. Diese Auffassung ist im Prinzip auch unserer Welt entnommen, im Orient war solches Gedankengut gang und gebe. Das geht sogar Tausende von Jahre zurück: im ramessidischen Mythos „Der Streit zwischen Horus und Seth“ kämpfen die genannten Akteure mit harten Bandagen, um ihren Thronanspruch zu beweisen. Auch sexuelle Gewalt und List sind nicht tabu, denn der „weibliche“ Part eines gleichgeschlechtlichen Aktes ist der Krone nicht würdig. Nach einer missglückten Vergewaltigung rächt sich Horus, indem er auf Seths Gemüsebeet masturbiert. Seth nimmt Horus‘ Samen beim Essen auf, und behauptet vor Gericht, dass Horus wegen seiner Unmännlichkeit und Unterlegenheit nicht befähigt sei, zu herrschen. Als der Richter jedoch einen magischen Zauber wirkt, um den vergossenen Samen herbei zu rufen, steigt er nicht aus Horus‘ Körper empor, sondern aus Seths. Damit hat sich Seth als Herrscher disqualifiziert.
(Im selben Mythos werden Horus‘ Hände abgehackt und er erschlägt seine eigene Mutter. Altägyptische Mythen, besonders dieser, ähneln oft besonders gewalttätigen Seifenopfern. Sexuelle Gewalt, Verstümmelung und Mord sind da mitunter normale Elemente einer Geschichte.)

Etwas deutlicher sind die Gemeinsamkeiten in Elizabeth Haydons Rhapsody-Saga: sowohl die Sprache als auch der Weltenbaum und die Weltenschlange sind Verweise auf keltische und nordische Kulturen. Insgesamt ist der Weltenbau jedoch zu einzigartig und unterschiedlich, um als reines keltisches / nordisches Setting zu gelten.
Diese Reihe hat in den letzten zehn Jahren etwas an Beliebtheit bei mir verloren, da mir die negativeren Aspekte einer High Fantasy Saga immer mehr ins Auge gestochen sind. Zudem wird der sehr umfangreiche mythologische Hintergrund teilweise auch auf Kosten einer Erzählstimme wiederholt. Doch die Reihe bietet einige ungewöhnliche Waffen, zwei tolle Nebenfiguren und wenn man über eine zu perfekte Heldin hinweg lesen kann, ist es dennoch eine schöne Buchreihe.

Reale Ereignisse in phantastischen Werken
Viele Bücher nehmen sich einige historische Ereignisse zum Vorbild und passen diese in ihre Welt ein. Meist handelt es sich dabei um imperialistische Bestrebungen oder die Kreuzzüge. Christoph Hardebusch hat sich in den Sturmwelten karibische Strukturen des Goldenen Zeitalters der Seefahrt zum Vorbild genommen.
Bei Harry Potter beispielsweise gibt es unheimlich starke Anlehnungen an den Nationalsozialismus. Voldemort ist praktisch die magisch verbrämte Person Hitler, die einen Mantel des Schweigens über seine Hekrunft legt. Die unterschwellige und schließlich offene Verfolgung von Muggeln findet ebenso ihre Entsprechung in der Geschichte.

Gibt es eigentlich eine Schule, an der Harry Potter als Lektüre im Deutschunterricht behandelt wurde? Das würde sich wirklich lohnen. Denn es gibt nicht nur einfache Bezüge zwischen den Figuren und Ereignissen. Rowling setzt sich auch in mehreren Büchern mit dem Thema Rassismus auseinander. Die meisten denken sicherlich an den Band, in dem Hermine die Hauselfen befreien möchte. Doch schon im ersten Band begegnet einem Rassismus in Reinform, geäußert von einem der Sympathieträger: Ron Weasley.
Es ist ein sehr bequemer Weg, über Ron die typischen Vorstellungen der Zaubererwelt einzuführen, da die anderen beiden Hauptfiguren einen Muggelhintergrund haben. Ron führt jedoch nicht nur in diesem Punkt Leser und Hauptfiguren in die Zaubererwelt ein, er glaubt wirklich an diese Diffamierungen. Hagrid als Halbriese ist für ihn anfangs eine sehr beängstigende Person, und auch anderen Wesen gegenüber pflegt Ron zuerst seine Vorurteile, bis er sich vom Gegenteil überzeugen lässt. Ron spielt in den Büchern eine sehr wichtige Rolle als jemand, der menschenverachtende Vorstellungen mit seiner Erziehung aufnimmt – und diese Vorurteile überwindet. Jennifer Jäger hatte vor einiger Zeit ein Video über Rons Rolle bei dem Thema Rassismus gemacht.

Das mit der Schullektüre war eine durchaus ernst gemeinte Frage. Die Bücher würden sich super dazu eignen, denn in ihnen geht es nicht nur um Zaubersprüche lernen und durch Geheimgänge schleichen. Lehrer und Lehramtstudenten, überlegt euch das mal!

Wenn es um reale Ereignisse in Fantasywelten geht, kommt man an Tolkien nicht vorbei. Früher wurde der Herr der Ringe gerne als direkte Allegorie auf den zweiten Weltkrieg interpretiert, mit Entsprechungen für Stalin und so weiter.
Das ist jedoch ziemlich über interpretiert, um es mal zurückhaltend auszudrücken. Tolkien selbst hat eine solche Identifikation zurück gewiesen. In dem Vorwort schreibt er, dass 1918 bis auf einen alle seiner Freunde tot waren. Seine Erlebnisse an der Somme haben ihn wesentlich stärker bei der Schaffung dieses Werks geprägt. Das führte zu vielfachen Interpretationen: in der Sprechweise der Ringgeister und ihrem Aussehen wollen manche die Gasmasken erkennen. Frodos Marsch mit Sam wird mit den Etappen einer typischen Soldatenoffensive verglichen (Marsch, Kampf, Rückzug, Pause). Eines der neuesten Bücher zu diesem Thema ist „Tolkien und der Erste Weltkrieg: das Tor zu Mittelerde“ von John Garth, ca 23 €.

Viel wurde spekuliert über die Beziehung zwischen Frodo und Sam und ihre Freundschaft, die für einige homoerotische Anklänge hat. Wahrscheinlicher ist vor dem Hintergrund der Entstehungsgeschichte, dass Sam einfach die Verkörperung des Offiziersburschen ist. Er gehört zu einer anderen Gesellschaftsklasse als Frodo, nennt ihn beständig „Herr“ und übernimmt die typischen Aufgaben eines Offiziersburschen. Tolkien selbst hat einmal gesagt, dass Sam die Verkörperung des gemeinen Soldaten sei. Auch die Totensümpfe und der Weg zum Tor von Mordor sind von seinen Erfahrungen an der Somme beeinflusst. Die Leichen in den Totensümpfen, die unter Glas zu liegen scheinen, erinnern den Leser an Bilder von den damals verwendeten Gasmasken. Und durch eine solche Schutzmaske betrachtet liegt die Welt unter einem grünen Schleier…

Der Erste Weltkrieg mit seinem Aufgebot an furchtbaren Fernwaffen war zugleich der erste Krieg, in dem in so großem Stil Menschen dahin gemetzelt werden, die man nicht einmal mit bloßem Auge erblicken kann. Nun gibt es keine Überwindung mehr, man musste seinem Feind nicht mehr ins Auge zu blicken und aktiv ein anderes Leben zu beenden.
Jede Einführung von Fernwaffen war in der Geschichte mit einem großen psychologischen Effekt verbunden und veränderte die Kriegsführung. Der erste Weltkrieg bot eine Fülle neuer Technologie, und nicht zuletzt mit dem Giftgas konte man bequem aus großer Entfernungen seine Feinde vernichten. Die hohe Sterberate in den Schützengräben, hervorgerufen von einem unsichtbaren Feind, hat Tolkien ebenso wie jeden anderen Überlebenden tief geprägt.
Somit ist es auch naheliegender, die kriegsführenden Orks im Buch nicht mit Nazis oder anderen Nationen zu identifizieren. Sie sind vielmehr das Böseste, was Tolkien im Krieg begegnete: eine technikverliebte Spezies, die unbekümmert einige Knöpfe drückt und nicht einmal mit ansehen muss, welche tödlichen Verheerungen in großer Ferne damit angerichtet werden. Die Entmenschlichung des Feindes wird hier auf die Spitze getrieben.
So ist es nicht verwunderlich, dass Gollum und Frodo Merkmale posttraumatischer Belastungsstörungen zeigen. Frodo, der nur verkrüppelt heimkehrt und sich nicht erneut in die Gesellschaft einfinden kann, wird gerne mit dem Schicksal realer Kriegsheimkehrer verglichen.

Ein weiteres Werk, das ich jedoch noch nicht besitze (also nur ein Literaturhinweis, noch keine Leseempfehlung) ist „Gewalt, Konflikt und Krieg bei Tolkien“, erschienen als 6. Band der Reihe Hither Shore, ca. 24 €. Wer erst einen Blick ins Inhaltsverzeichnis werfen möchte, findet hier ein Verzeichnis der enthaltenen Artikel.

Und zuletzt noch ein Link zu der Zeitleiste der Deutschen Tolkiengesellschaft über Tolkiens Erlebnisse im Ersten Weltkrieg

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5 Antworten auf Das kenne ich doch irgendwo her! – Historische Ereignisse in Fantasyromanen

  1. Elea sagt:

    Sehr schöne Zusammenfassung!

    Ich gebe ja zu, ich bin oft sehr zurückhaltend, was die Integration geschichtlicher oder kulturhistorischer Fakten in meine Romane angeht, weil ich manchmal die Sorge habe, jemand könnte das negativ auslegen. Deine Beispiele machen mir aber wieder etwas Mut. 😉 Ich glaube, es hilft dem Leser auch sehr, wenn er sich eine Fantasy-Welt vorstellen kann wie im alten Rom, im europäischen Mittelalter oder in der Renaissance. Wenn dann einige neue Aspekte dazukommen (Magie, Elfen, Steampunk) um so besser. Vermutlich neigen Fantasy-Romane dazu, die Eigenheiten dieser Settings sogar noch schärfer hervorzuheben als es ein historischer Roman täte.

    Und ich fürchte, Harry Potter als Schullektüre scheitert schon mal daran, dass das 7 Bände sind. Und der Erste beinhaltet noch sehr wenig von den Themen, die du oben angerissen hast. 😉

    • Vielen dank für den Kommentar!
      Ja, da hast Du recht, aber man müsste ja nicht bei dem ersten Harry-Potter-Band beginnen…

      Ich gebe ja zu, ich bin oft sehr zurückhaltend, was die Integration geschichtlicher oder kulturhistorischer Fakten in meine Romane angeht, weil ich manchmal die Sorge habe, jemand könnte das negativ auslegen. Deine Beispiele machen mir aber wieder etwas Mut.

      Du kannst ruhig sehr viel mutiger werden! Gerade wenn es um einzelne Aspekte oder allgemeine Auffassungen geht, wird es von den Lesern nicht zu einer bestimmten Kultur zugehörig verortet erkannt. Ich habe beispielsweise einmal recht viele Anlehnungen an die ägyptische Kultur gemacht – in meinen Augen. Losgelöst von Mumien, Wüsten und so weiter waren diese Bezüge jedoch überhaupt nicht erkennbar. Beispielsweise habe ich eine Totenmaske als magischen Eintrittsweg für die Seele des Verstorbenen konzipiert – für mich eine klare Analogie zu der altägyptischen Scheintür in einem Grab. Allerdings hat niemand von meinen Mitplottern auch nur ein einziges altägyptisches Element entdeckt.

      Gerade wenn es um abstraktere Vorstellungen geht, kann man sich gut etwas ausleihen, ohne dass es negativ auffällt. Und wenn man diese vielen Einzelheiten organisch in eine fiktive Kultur einpasst, dann fallen die Bezüge überhaupt nicht auf; vor allem, wenn sie aus einer Wüstenkultur stammen und es im Setting keine Wüste gibt.

      Ich bin da inzwischen sehr entspannt – man kann nichts erfinden, in mehreren Hunderttausend Jahren Menschheitsgeschichte ist alles schonmal dagewesen. Im Gegenteil habe ich ein Weltenbaubuch, in das ich historische Fakten als Inspiration eintrage. Ich vergesse z.B. immer gerne, dass Titelverkauf eine gute Geldquelle für einen klammen Herrscher ist – ich denke da als Erstes an irrwitzige Steuern, Kriege, Grabräuberei oder Ähnliches. Dabei gibt es durchaus legalere Wege.

      Oder es gibt die seltsamsten Steuern. In Irland war es in der Neuzeit nicht unüblich, dass die Herrenhäuser (die man als Wertanlage oder Sommersitz besaß) kein Dach hatten – weil es eine Dachsteuer gab. Einfach mal ins Haus rein regnen lassen, um Steuern zu sparen?!
      Es gibt Dinge, die sind so wahnwitzig, man kann sie nicht erfinden.

  2. Und dann gibt es ja noch historische Fantasy, die ganz bewusst eine alternative Historie schafft :).
    Ich steige bei meinem Mammutwerk über Vampire in der Bronzezeit/frühen Eisenzeit ein und natürlich ist das, was dort abgeht, hochspekulativ (siehe dein Anfang, dass man selbst bei guter Quellenlage sich einer Epoche nur halbwegs nähern kann, bei schlechter Quellenlage… gute Nacht.)
    Und es macht großen Spaß, reale Ereignisse und erfundene Personen clever zu verbinden. Ich glaube, das kommt öfter vor, als man denkt, wird aber oft verschleiert.
    Gerade bei „Herr der Ringe“ vielleicht auch aus Selbstschutz. Bestimmte Erlebnisse können nur als Code aufgeschrieben werden.

    • Bronzezeit – sehr interessant! Suchst Du noch Beta-Leser?
      Da habe ich vor einigen Monaten erst ein tolles Buch gekauft: „Deutschland in der Bronzezeit“ von Ernst Probst.

      Fantasy halte ich normalerweise in fiktiven Settings, mir ist der Rechercheaufwand zu hoch. Ich ärger mich immer noch etwas über die Plotidee in der Stuartzeit (so verdammt viel zu lesen), aber das zieh ich jetzt durch.

      Judith Tarr hat es in „Der Herr der Zwei Länder“ meisterhaft gelöst! Wenn Du auch etwas Interesse für das spätzeitliche Ägypten oder Alexander den Großen hast, wäre das sicher interessant. Im Artikel habe ich es nicht erwähnt, weil es wirklich Historische Fantasy ist, mit dem Schwerpunkt auf historisch. Hm, mir fallen noch mehr Bücher ein, eigentlich müsste ich dazu auch mal was bloggen! 😀

      • Gerade jetzt muss ich noch selbst drüber, aber für die nächste Phase gewiss! Sind allerdings neun Bände ;-). (Okay, die zusammen am Ende gerade mal 1500 Normseiten ergeben dürften, aber trotzdem. Neun! 😀 )
        Wobei ich nicht in Deutschland „sitze“, sondern mehr in Richtung Anatolien/Kleinasien (wobei in einem Band einer der Perspektivträger zu Beginn des Buches gerade aus dem Gebiet des heutigen Indiens zurückkehrt, da gab es auch interessante Orte zu dem Zeitpunkt…). Jedenfalls – nach Süden: Mykene, nach Osten: Anatolien. Ungefähr die Ecke. (Ich habe es mir sogar auf Google Maps eingezeichnet auf einem Screenshot 😀 ) Aber irgendwann schreibe ich auch mal über die mitteleuropäischen prähistorischen Zeitalter. Ist ja alles faszinierend und jeweils ein wenig sehr anders.

        Ach, die liebe Recherche… Bei der selbsterdachten Fantasywelt recherchiere ich gefühlt mehr, als für meine historischen Settings o.O Könnte aber auch an mir liegen. Ich gucke mir dann alles über Geologie, Ökologie, Evolution und was weiß ich nicht alles an, damit es ja plausibel ist, wie erstmal der Planet da aufgebaut ist. Und da habe ich noch kein Wort zu Bewohnern gemacht…
        (Aber mein Freund sagt, ich übertreibe damit ^^)

        Blog, blog, blog! Ich will das lesen… Ist mir egal, wie hoch die Wunschliste schon ist…

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